ADHS

– Hummeln im Hintern?

Auf allen Kanälen geht ein Thema derzeit viral: ADHS – das steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, und irgendwie kommen den meisten von uns viele der beschriebenen typischen Symptome bekannt vor. Liegt es an der schnelllebigen unruhigen Zeit, dem Online-Medienkonsum, dass wir uns schlechter konzentrieren können, flapsig, unruhig, reizbar sind? Oder habe ich wirklich ADHS?

Tatsächlich häufen sich derzeit auch die Diagnosen – dabei ist das keineswegs eine Modekrankheit, sondern ADHS hat eine lange Historie. Im Unterschied zu früher widmet man solchen Störungen heute mehr Aufmerksamkeit. Und zwar nicht nur wie bisher bei Kindern, sondern auch bei betroffenen Erwachsenen. Im Idealfall heißt das: Wir gehen inzwischen achtsamer mit uns selbst und unserer psychischen Verfassung um.

Zum Jahresauftakt unterziehen wir uns einer kritischen Selbstprüfung. Wie steht es um unsere Selbstorganisation, wie gut stemmen wir den Alltag? Wer und wann tatsächlich von ADHS betroffen ist, welche Folgen das haben kann, wie man am besten damit umgeht, wo du entsprechende Hilfen findest – das alles und vieles mehr rund ums Thema bietet unsere umfangreiche Kampagne zum neuen Jahr.

4 Fakten zum Thema ADHS

ADHS

was ist das überhaupt?

 

Ein Überblick

Wieder mal ein neues angesagtes Leiden? Faule Ausrede, wenn du keine Lust hast, dich auf komplexe Aufgaben zu konzentrieren? Weit gefehlt. Wer wirklich ADHS hat, braucht sich nicht zu schämen, denn es handelt es sich um ein ernstzunehmendes Leiden. Hier erfährst du alles über das Krankheitsbild, mögliche Ursachen, Symptome und Therapieformen.

 

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ADHS-Verdacht? So gewinnst du Klarheit!

Die Probleme haben wir alle schon erlebt: Unruhe, Konzentrationsprobleme, impulsives Verhalten, Prokrastination. Das alles kann in manchen Lebenssituationen auch verstärkt auftreten, ohne dass es sich gleich um ADHS handelt. Was aber ist zu tun, wenn du glaubst, dass du wirklich betroffen bist? Hier zeigen wir, wie du Schritt für Schritt vorgehen kannst.

 

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Du hast eine ADHS-Diagnose erhalten? Bloß nicht den Kopf in den Sand stecken! Neben ärztlicher Behandlung gibt es eine Menge gar nicht mal so aufwendiger Maßnahmen, die du auch im Alltag anwenden kannst, um mit den Folgen der Krankheit umzugehen und dir eine deutlich höhere Lebensqualität zu verschaffen!

 


To-do-Listen

Gegen das Chaos im Kopf hilft äußere Ordnung – zum Beispiel in Form von Listen, auf denen du klare Prioritäten setzt, die du Schritt für Schritt abarbeiten kannst. Das dürfen auch ganz einfache alltägliche Dinge sein wie pünktlich aufstehen, Termine einhalten, regelmäßig essen (das stellt tatsächlich für viele ADHS-Kandidaten eine Herausforderung dar). Die Liste sollte übersichtlich und gut strukturiert sein, damit dich die Menge der Aufgaben nicht überfordert. Nach getaner Arbeit darfst du die einzelnen Punkt abhaken – das schafft ein gutes Gefühl der Zufriedenheit.

 

Bewegung

Studien haben gezeigt, dass körperliche Aktivität besonders ADHS-geplagten Menschen hilft. Denn die optimierte Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns wirkt sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Außerdem baust du überschüssige Energien ab und kannst so allzu impulsives Verhalten kompensieren. Ob Yoga, Teamsport, Jogging oder Tanzen – suche dir eine körperliche Aktivität, die dir Spaß macht und sorge dafür, dass du sie regelmäßig betreibst. Empfohlen sind mindestens 3 Stunden pro Woche, es darf aber auch gerne mehr sein.

 

Entspannung
 

Stresssituationen können die Probleme bei ADHS verschlimmern. Gönn dir etwas Erholung: Mit einfachen Atemübungen, Meditation, Progressiver Muskelentspannung oder einem regelmäßigen Wellness-Programm findest du Schritt für Schritt zu mehr innerer Ruhe, lernst dein impulsives Verhalten und überschäumende Emotionen besser zu kontrollieren. Probiere einfach mal verschiedene Entspannungstechniken aus und finde heraus, welche davon am besten zu dir passt – es wird dir guttun!

 

Zeitmanagement

Typisch für ADHS-ler: die eigentlich dringende Arbeit aufschieben und sich stattdessen stundenlang in irgendeiner anderen Beschäftigung verlieren. Zum Beispiel Computerspielen. Setze dir ein klares Zeitfenster für anstehende Aufgaben, reduziere Ablenkungsquellen und sorge dafür, dass deine Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst und Schlaf vorher erfüllt sind. Anfangs kannst du festgelegte Pausen einräumen, um dich nicht gleich zu überfordern – du wirst sehen, du schaffst immer längere Arbeitsphasen und gewinnst dabei an Selbstvertrauen in deine Leistungsfähigkeit.

 

Tagebuch

In Sachen Selbstreflexion wirkt ein Tagebuch wahre Wunder: Schreib auf, was dich bewegt. Gerade in schwierigen Situationen helfen dir diese Notizen, deine Gefühle zu sortieren und zu erkennen. Damit kannst du aus deinen persönlichen Konflikten lernen, damit sich die gleichen Fehler – die oft aus unbedachtem Verhalten entstehen – nicht wiederholen. Keine Sorge, du musst damit niemanden beeindrucken. Schreib es dir von der Leber und reagiere deine Gefühle ab, um zu mehr innerer Ruhe zu finden.

 

Kommunikation

Du hast eine ADHS-Diagnose? Dann gibt es wenigstens einen klaren Grund für deine Probleme! Erzähle es deinen Freunden, deiner Familie, deinen Kollegen. Betrachte die Krankheit nicht als Stigmatisierung, sondern als einen Teil von dir. Nur wer sich öffnet und mitteilt, hat auch die Chance, verstanden zu werden. So erhält auch dein soziales Umfeld die Möglichkeit, Probleme besser einzuordnen und mit deinem zuweilen chaotischen Verhalten klarzukommen. Umgekehrt wirst du eine höhere Akzeptanz genießen, wenn dir mal wieder die Pferde durchgehen oder du dein Pensum nicht schaffst.

 

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